Windenergie Saar, Rückenwind fürs Saarland
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Fragen und Antworten

Häufige Fragen Nutzen und Beeinträchtigungen

1. Profitieren die Gemeinden und die lokale Wirtschaft finanziell vom Bau der Windparks?

Von den Windparks können alle profitieren, denn unser Projekt ist eine Investition in die Zukunft des Saarlands. Die Standortgemeinden erzielen Erträge aus Pachteinnahmen, soweit die Windräder auf kommunalen Grundstücken errichtet werden. Außerdem profitieren die Kommunen von zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen, die die öffentlichen Haushalte spürbar entlasten können und neue Spielräume für vordringliche kommunale Projekte eröffnen.

Darüber hinaus werden wir für hochwertige ökologische Ausgleichsmaßnahmen sorgen, um das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Alle geplanten Windparkprojekte werden wir zudem unter größtmöglicher Wertschöpfung für die regionale Wirtschaft realisieren. Das reicht von der Beteiligung regionaler Firmen bei der Auftragsvergabe bis hin zur Finanzierung der Projekte über regionale Banken. 

2. Können sich die Bürgerinnen und Bürger selbst finanziell an den Projekten beteiligen? Wie und ab wann ist eine solche Bürgerbeteiligung möglich?

Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger im Saarland an unserem Investitionsprojekt „WindEnergieSaar“ beteiligen. Aktuell prüfen wir die Möglichkeit der Kooperation mit lokalen Energiegenossenschaften, die Anteile an den WindEnergieSaar-Windparks an die Bürgerinnen und Bürger verkauft. In Riegelsberg haben wir bereits mit der BürgerEnergieGenossenschaft Hochwald eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Ähnliche Modelle prüfen wir an den anderen Standorten.

3. Warum ist der Mindestabstand von Windrädern zu Wohnbebauungen in Deutschland unterschiedlich groß?

Über den Abstand zwischen Wohngebieten und Windenergieanlagen entscheidet in Deutschland nicht der Bund, sondern die Bundesländer. Diese wiederum geben ihren Städten und Gemeinden Empfehlungen zum Mindestabstand. Die Empfehlungen sind für Gemeinden nicht bindend, stellen in deren Bauleitplanung aber eine wichtige Hilfe für die Abwägung von Abständen zur Wohnbebauung dar.

4. Welcher Mindestabstand zwischen Windrad und Wohnbebauung muss eingehalten werden?

Bei der Standortwahl halten wir uns an die landesplanerischen Abstandsempfehlungen. Diese sind im Saarland uneinheitlich. Im Nord-Saarland beträgt die Pufferzone 1.000 Meter, im südlichen Saarland mindestens 800 Meter (siehe Frage 5).

Grundsätzlich verlangt der Masterplan „Neue Energien“ der Landesregierung, dass der Windkraft im Saarland „substanziell Raum“ gewährt wird. Die Abstandsregelungen müssen diesen Grundsatz berücksichtigen. Einen Gesetzesentwurf mit dem Ziel, die Distanz auf das Zehnfache der Höhe des Windrads zu vergrößern, hat die Landesregierung deshalb abgelehnt.

5. Warum ist der Mindestabstand in den verschiedenen Regionen des Saarlands unterschiedlich groß?

Die Landesregierung hat festgelegt, dass die Entscheidung über den Flächennutzungsplan und damit auch über den Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnhäusern bei den Kommunen liegt. Die Landesregierung gibt lediglich planerische Abstandsempfehlungen, an denen sich die Kommunen orientieren.

6. Der Regionalverband Saarbrücken hat im September 2015 den Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnbebauungen von 650 auf 800 Meter erhöht. Was bedeutet die Erhöhung für die geplanten Windparkprojekte?

Die Erhöhung des Mindestabstands betrifft die geplanten Windpark¬projekte Velsen in Völklingen (siehe „Häufige Fragen WindEnergieSaar“, Frage 8) und Saarbrücken sowie Fröhn in der Gemeinde Riegelsberg (siehe „Häufige Fragen WindEnergieSaar“, Frage 7). Auf den Windpark Erkershöhe hat die Erhöhung keine Auswirkungen, denn in Friedrichsthal hatten wir den Abstand von 800 Metern bereits freiwillig umgesetzt.

7. Welche Beeinträchtigung geht vom Schattenwurf der Windräder aus?

Die Regelungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) beinhalten klare Vorgaben u. a. zu den optischen Immissionen von Windrädern, zu denen auch der Schattenwurf zählt. Das BImSchG ist die Grundlage des Genehmigungsverfahrens für den Bau von Windrädern. Die gesetzlichen Bestimmungen werden deshalb selbstverständlich auch im Rahmen der von uns geplanten Windparks eingehalten. Ggf. kann der Betrieb durch den Einsatz einer Regelungstechnik gesteuert werden.

8. Welche Lärmbeeinträchtigung/Schallbelastung ist zu erwarten?

Die Höchstwerte für die Lärmbeeinträchtigung durch Windräder sind in der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) und im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt. Das BImSchG ist Grundlage des Genehmigungsverfahrens, ohne das der Bau von Windrädern nicht möglich ist. Bei den Planungen der sechs Windparks haben wir uns genau an diese gesetzlichen Bestimmungen gehalten. Zur Veranschaulichung: Am Standort Erkershöhe sprechen wir von einer Lärmbelastung von 35 dB an der nächsten Wohnbebauung, das entspricht etwa einer leisen Unterhaltung in einer Bibliothek oder dem Rascheln von Blättern und ist leiser als das Brummen eines Kühlschranks. Die Berechnungen der erwartbaren Schallauswirkungen werden stets von unabhängigen und geprüften Gutachtern durchgeführt. Außerdem werden alle Windrichtungen und möglichen Windstärken berücksichtigt.

9. Gefährden die Schallemissionen die Gesundheit?

Das Genehmigungsverfahren für den Bau von Windrädern ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt. Dieses regelt die Grenzen von schädlichen Umwelteinwirkungen, um Gefährdungen der Gesundheit auszuschließen. Bei den Planungen der sechs Windparks haben wir uns genau an die gesetzlichen Rahmenbedingungen gehalten. Zusätzlich haben wir eigene Schallprüfungen durchgeführt und halten alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte ein.

10. Gehen von den Windrädern Gesundheitsgefahren durch Infraschallemissionen aus?

Verglichen mit anderen Quellen, z. B. Verkehrsmitteln wie Autos oder Flugzeugen, ist der von Windrädern erzeugte Infraschall relativ gering. Infraschall oberhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle kann zu Störungen und Belästigungen führen. Da die für den Lärmschutz im hörbaren Bereich notwendigen Abstände eingehalten werden, ist der von den Windrädern erzeugte Infraschallpegel jedoch sehr weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze des Menschen. Das belegen verschiedene Messungen, auf die u. a. das Deutsche Windenergie-Institut verweist. Zudem verweisen beispielsweise das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und das Bayerische Landesamt für Umwelt auf Studien, die zeigen, dass keine schädlichen Wirkungen zu erwarten sind. Auch verschiedene Gerichte, unter anderem das OVG Saarlouis, gehen in ihrer aktuellen Rechtsprechung davon aus, dass Infraschall unterhalb der Wahrnehmungsschwelle keine schädliche Umwelteinwirkung darstellt und die Infraschallimmissionen von Windrädern unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen.

11. Kann es bei den von Ihnen geplanten Windenergieanlagen zu Eiswurf kommen?

Von Eiswurf spricht man, wenn Eisstücke aus der Höhe herabfallen. Prinzipiell ist Eiswurf auch von den Rotorblättern hoher Windräder möglich. Die Rotorblätter der von uns geplanten Windräder werden darum mit Eiserkennungs- und Eisabschaltsystemen ausgestattet. Die Windräder werden also bei einer möglichen Gefährdung durch Eiswurf automatisch abgeschaltet. Ggf. können wir auch mit einer Blattheizung vorsorgen. Zudem werden wir Warntafeln rund um die Anlagen aufstellen.

12. Welche Auswirkungen hat der Bau der Windparks für die Flora und Fauna?

Der Natur- und Artenschutz war ein wesentliches Kriterium bei der Standortwahl. Unser Ziel ist es, die Beeinträchtigungen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Die Flächennutzungspläne der Gemeinden berücksichtigen die Grenzen von Naturschutzgebieten und schließen Eingriffe in ökologisch wichtige Gebiete aus. Zusätzlich haben wir avifaunistische Gutachten zum Schutz der in der Region lebenden Vögel in Auftrag gegeben.

13. Welche Gefahren stellen Windräder für Fledermäuse dar?

Der Bau von Windrädern unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften, die den Natur- und Artenschutz betreffen. Diese Vorschriften umfassen neben der Untersuchung einer möglichen Gefährdung von Vögeln auch eine Untersuchung der möglichen Gefährdung von Fledermäusen. Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) prüft im Genehmigungsverfahren, ob die montanWIND diese Vorschriften einhält. Ist dies nicht der Fall, erhalten wir keine Baugenehmigung. Bereits vor dem Bau der Windenergieanlagen sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, durch unabhängige Gutachter prüfen zu lassen, ob die geplanten Windräder in der Einflugschneise von Fledermäusen liegen könnten. Sollte dies der Fall sein, kann das LUA die Auflage verhängen, die Betriebszeiten der Windräder den Flugzeiten der Fledermäuse anzupassen, um diese nicht zu gefährden.

14. Wie beurteilen Sie Befürchtungen, dass die Windparks den Tourismus gefährden?

Wir verstehen den Ausbau der Windenergie im Saarland als Investition in die Zu¬kunftsfähigkeit dieses Bundeslands. Das bedeutet auch, dass wir die touristische Wertschöpfung des Landes nicht gefährden. Bei der Standortwahl haben wir auf den Natur- und Artenschutz ebenso geachtet, wie wir gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger und ihrer Lebensqualität berücksichtigt haben. Ebenso haben wir auch mögliche Konflikte mit touristischen Belangen sorgfältig geprüft und abgewogen. Der Bau der sechs Windparks wird nicht zu Beeinträchtigungen in touristischen Gebieten führen, zu dieser Einschätzung kommt auch die Tourismus Zentrale Saarland.

15. Wird der Premiumwanderweg im Fröhner Wald durch den Bau der Windenergieanlagen an Attraktivität verlieren?

Der geplante Windpark Fröhn wird die Attraktivität des FrohnWaldWegs im Fröhner Wald nicht negativ beeinflussen. Das hat das Deutsche Wanderinstitut bestätigt. In Abstimmung mit der Gemeinde Riegelsberg haben die RAG Montan Immobilien und die montanWIND das Deutsche Wanderinstitut mit einer Analyse beauftragt, wie Beeinträchtigungen ausgeglichen werden können. Je nach Standort der Windräder sind verschiedene Kompensationsmaßnahmen denkbar, um das Wandererlebnis in seiner derzeitigen Qualität zu erhalten. Nach aktuellem Planungsstand könnten z. B. kleinere Änderungen in der Streckenführung vorgenommen werden, um den Abstand zwischen Wanderweg und Windrädern zu vergrößern. Diese Streckenverlegungen würden zudem mehr Abwechslung in die Tour bringen und so deren Erlebniswert erhöhen. Im Idealfall könnte die Qualität des mit dem Deutschen Wandersiegel gekennzeichneten Premiumwanderwegs nach den Kriterien des Wanderinstituts sogar leicht verbessert werden.

16. Kritiker sprechen von einer „Verspargelung der Landschaft“. Wie stark greifen die geplanten Windparks in das Landschaftsbild ein?

Die Energiewende und der damit einhergehende Umstieg auf regenerative Energieträger haben Auswirkungen auf die Flächennutzung und auf das Landschaftsbild. Das gilt für Bioenergie- ebenso wie für Photovoltaikanlagen und natürlich auch für Windräder. Dabei ist der Flächenbedarf von Windrädern vergleichsweise gering. Gleichwohl muss insbesondere die Sichtbarkeit moderner, leistungsfähiger Windräder im Landschaftsbild immer gegen andere Belange abgewogen werden. Saarländische Landesregierung und Kommunen haben dies in ihren Planungen und auf kommunaler Ebene in der Auszeichnung von sogenannten Windvorrangflächen berücksichtigt.

17. Wie viel Waldfläche muss für den Bau und Betrieb der Windparks abgeholzt werden? (Sind die Schäden für die Natur wirklich ausgleichbar?)

Bei der Standortwahl haben wir genau auf den Natur- und Artenschutz geachtet und natürlich gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger und ihrer Lebensqualität berücksichtigt. Wir rechnen im schlechtesten Fall mit 0,5 ha Waldfläche pro Windrad, die abgeholzt werden muss. Im Gegenzug sind Kompensationsleistungen erforderlich. Damit stellen wir sicher, dass die Eingriffe in Natur und Umwelt ausgeglichen werden.

18. Die RAG Montan Immobilien engagiert sich im Naturschutzgroßprojekt „Landschaft der Industriekultur Nord“ in der Region um Merchweiler und den Itzenplitzer Weiher. Genau dort planen Sie auch den Windpark Erkershöhe. Ist das nicht ein Widerspruch?

Der Bergbau und die Eisenindustrie haben das Saarland viele Jahrzehnte lang geprägt, sowohl landschaftlich als auch gesellschaftlich. Mit dem Ende von Kohle und Stahl ist nicht nur ein großer Arbeitgeber verschwunden, es ist auch ein Vakuum in der Landschaft entstanden. Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Landschaft der Industriekultur Nord“, kurz LIK Nord, wollen wir die Bergbaufolgelandschaft im Saarland mitgestalten. Im Mittelpunkt steht die Renaturalisierung und Wiederbelebung ehemaliger Bergbauflächen als Teil des Strukturwandels im Saarland. Zu diesem Strukturwandel leistet auch der Windpark Erkershöhe seinen Beitrag, einen Beitrag zum Wandel von der schwarzen zur grünen Energie.

19. Im Saarland gibt es immer wieder einmal kleinere Erdbeben. Halten Windräder solchen Erderschütterungen stand?

In Deutschland treten Erdbeben zum Glück eher selten auf und sind von geringer Intensität. Aber wie die Erderschütterungen im Saarland in der Vergangenheit gezeigt haben, sind Erdbeben natürlich möglich. In solchen erdbebengefährdeten Gebieten müssen besondere Bauvorschriften beachtet werden. Grundlage ist die Erdbebenzonenkarte, die Deutschland, je nach Erdbebengefahr, in vier Regionen aufteilt. Die Erdbebenzonenkarte ist Bestandteil einer eigenen Erdbebennorm für das deutsche Bauwesen, die der Normenausschuss im Bauwesen festgelegt hat. Diese gilt auch für den Bau von Windrädern. Soll ein Windrad in einem erdbebengefährdeten Gebiet entstehen, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen: Bereits bei der Baugrunderkundung wird das Thema berücksichtigt. Im Bedarfsfall wird entsprechend der auftretenden Belastungen der Standsicherheitsnachweis von Fundament, Turm und Maschine geführt.