Windenergie Saar, Rückenwind fürs Saarland
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Fragen und Antworten

Häufige Fragen „WindEnergieSaar“

1. Wie viele Windparks sollen gebaut werden und welche Standorte wurden dafür ausgewählt?

Insgesamt planen wir den Bau von sechs Windparks in den Landkreisen St. Wendel (Bitschberg West), Neunkirchen (Erkershöhe) und Saarlouis (Gohlocher Wald, Lebach Nord) sowie an drei Standorten im Regionalverband Saarbrücken (Fröhn, Velsen, Erkershöhe).

2. Welche Gemeinden sind von den geplanten Windparks betroffen?

Die geplanten Windparks werden voraussichtlich in den Gemarkungen der Kommunen Nonnweiler, Merchweiler, Friedrichsthal, Lebach, Saarbrücken, Völklingen und Riegelsberg gebaut. Konkret sind folgende Gemeinden betroffen:

•    Windpark Bitschberg West: Nonnweiler
•    Windpark Erkershöhe: Merchweiler, Friedrichsthal
•    Windpark Gohlocher Wald: Lebach
•    Windpark Lebach Nord: Lebach
•    Windpark Velsen: Völklingen, Saarbrücken
•    Windpark Fröhn: Riegelsberg.

3. Nach welchen Kriterien wurden die Standorte ausgewählt?

Grundlagen für die Standortwahl sind die Windpotenzialstudie des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr aus dem Jahr 2011 sowie die kommunalen Flächennutzungspläne. Viele Gemeinden haben in ihren Flächennutzungsplänen sogenannte Windvorrangflächen ausgewiesen. Entscheidende Kriterien hierfür sind das errechnete Windpotenzial, der Natur- und Artenschutz sowie gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, z. B. im Hinblick auf Schall und Schattenwurf. Durch eigene Windgutachten konkretisieren wir Anzahl und Standorte der Windräder.

4. Wie hoch sind die Investitionskosten?

Für den Bau der sechs geplanten Windparks planen wir Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 100 Mio. Euro.

5. Wer sind die Eigentümer der Flächen, auf denen die Windparks gebaut werden sollen?

Das ist von Standort zu Standort unterschiedlich: An den Standorten Erkershöhe, Velsen und Fröhn gehören die meisten Flächen dem SaarForst Landesbetrieb. Am Standort Lebach Nord gehören die Flächen teilweise der Stadt, teilweise Privatpersonen. Am Standort Bitschberg West befinden sich die Flächen ausschließlich im Besitz von Privatpersonen.

6. Wie viele Windräder sollen an den einzelnen Standorten gebaut werden und wie hoch werden diese sein?

Die Zahl der Windräder in den einzelnen Windparks variiert je nach Standort: Nach aktuellem Planungsstand soll der größte Windpark (Lebach Nord) sechs Windräder umfassen, die Windparks Velsen und Gohlocher Wald zwei und die anderen Windparks jeweils drei Windräder. Die Gesamthöhe der Windräder liegt bei allen vorgesehenen Turbinen knapp unter 200 Metern. Eine Ausnahme bildet der Windpark Fröhn, bei dem die Windräder 230 Meter hoch sein werden. Bei der Ausgestaltung der einzelnen Windparks werden die lokalen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Das betrifft die Größe der ausgewiesenen Fläche und das Windpotenzial sowie mögliche Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger und den Natur- und Artenschutz.

7. Der Regionalverband Saarbrücken hat im September 2015 den Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnbebauungen von 650 auf 850 Meter erhöht. Welche Auswirkungen hat das auf den aktuellen Planungsstand zum Windpark Fröhn?

Durch die Erhöhung des Mindestabstands zwischen Windrädern und Wohnbebauung von 650 auf 800 Meter verändert sich auch die Windkonzentrationszone am Standort Fröhn, also die Fläche, die für den Bau von Windparks ausgewiesen ist. Auf dieser neu festgelegten Fläche ist lediglich Platz für drei Windräder. Deshalb entfällt ein ursprünglich geplantes viertes Windrad.

8. Welche Auswirkungen hat die Erhöhung des Mindestabstands im Regionalverband auf den Standort Velsen?

Der Windpark Velsen auf der Gemarkung der Städte Völklingen und Saarbrücken sollte nach ursprünglichen Planungen drei Windräder umfassen. Aktuell ruhen die Planungen, weil an einem der Standorte ein Uhu gesichtet wurde. Neben der Wirtschaftlichkeit und dem Windpotenzial ist unter anderem der Natur- und Artenschutz ein wichtiger Planungsfaktor. Um den gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der in der Region lebenden Vögel zu entsprechen, haben wir an den geplanten Windradstandorten avifaunistische Gutachten in Auftrag gegeben. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde der Uhu gesichtet. Der Uhu gehört zu den gesetzlich besonders geschützten Vogelarten. Zu seinem Schutz müssen wir einen Abstand von 1.000 Metern zwischen dessen Brutstätte und Windenergieanlagen einhalten.

Wir beobachten das Verhalten des Vogels jedoch weiterhin. Sollte der Uhu weiterziehen, was nach Aussage von Experten denkbar ist, werden wir eine Wiederaufnahme der Planungen prüfen.

9. Bislang haben Sie davon gesprochen, am Standort Erkershöhe drei Windräder bauen zu wollen. Dann war von fünf Windrädern in Merchweiler zu lesen. Wie viele Windräder sind es tatsächlich?

In Merchweiler stehen wir vor der besonderen Situation, dass wir nicht der einzige Projektentwickler sind, der das Windpotenzial vor Ort nutzen möchte. Ursprünglich gab es getrennte Pläne von Energy 3k und der RAG Montan Immobilien/montanWIND. Nach verschiedenen Untersuchungen haben wir uns mit Energy 3k auf ein gemeinsames Vorhaben am Standort Erkershöhe verständigt. Dieser Windpark soll nach aktuellem Planungsstand drei Windräder umfassen.

10. Am Standort Bitschberg/Sengert waren ursprünglich acht Windräder geplant. Wieso ist nun nur noch von drei Windrädern die Rede?

Wichtige Planungsfaktoren sind neben Wirtschaftlichkeit und Windpotenzial der Natur- und Artenschutz sowie die Minimierung akustischer und optischer Beeinträchtigungen für die Anwohner. Teil der gesetzlichen Vorgaben im Genehmigungsverfahren ist ein avifaunistisches Gutachten zum Schutz der in der Region lebenden Vögel. Bei der Erstellung des Gutachtens wurde das Nest eines Schwarzstorchpärchens entdeckt. Der Schwarzstorch ist eine Vogelart, die aufgrund ihres Aktionsradius‘ besonders sensibel für Windkraft ist. Bei der Planung von Windrädern muss deshalb eine Schutzzone von 3.000 Metern um Nistplätze von Schwarzstörchen berücksichtigt werden. Zusätzlich wird empfohlen, einen Umkreis von 10.000 Metern als Jagdgebiet zu erhalten. Diesen Abstand könnten wir aktuell bei einer Bebauung mit acht Windrädern nicht in allen Fällen einhalten. Auf den betroffenen Flächen Sengert und Bitschberg-Ost ruhen deshalb die Planungen, und wir haben den Windpark von acht auf drei Anlagen reduziert. Wir beobachten das Verhalten der Vögel weiterhin. Sollten sie weiterziehen, was nach Aussage von Experten denkbar ist, werden wir eine Wiederaufnahme der Planungen prüfen.

11. Im Sommer 2014 haben die RAG Montan Immobilien und die montanWIND die Planung des Windparks Lebach Nord mit zwölf Windrädern verkündet. Wieso haben Sie die Zahl der Windräder inzwischen auf sechs reduziert?

Wichtige Planungsfaktoren sind neben Wirtschaftlichkeit und Windpotenzial der Natur- und Artenschutz sowie die Minimierung akustischer und optischer Beeinträchtigungen für die Anwohner. Diese Faktoren prüfen wir im Zuge der Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens Schritt für Schritt und passen unsere Planungen gegebenenfalls an. Bei einem Bauvorhaben dieser Größe ist das nichts Ungewöhnliches.

Im Zuge der Planungen des Windparks Lebach Nord mussten wir für einen Wohnbereich eine neue Abstandsbewertung vornehmen. Das hat dazu geführt, dass sich neue Planungsparameter ergeben haben: In diesem Bereich ist nur noch Platz für ein Windrad anstatt, wie bisher angenommen, zwei Windräder. Ein einzelnes Windrad ließe sich nicht rentabel betreiben. Deshalb haben wir dessen Planung ebenfalls eingestellt.

Eine entscheidende Rolle spielt zudem das Windpotenzial. Grundlage für die Standortwahl war die Windpotenzialstudie des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr aus dem Jahr 2011. Um diese Prognose zu validieren, haben wir eigene Windgutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen uns nun vor und bescheinigen neun Windrädern ausreichendes Windpotenzial. Die übrigen drei Standorte versprechen einen eher geringen Windertrag. Die Planung dieser drei Windräder werden wir deshalb aufgrund nicht hinreichender wirtschaftlicher Voraussetzungen nicht weiter verfolgen. Die Überprüfung der verbleibenden Flächen hat ergeben, dass ein Windrad den Schutzstreifen um eine Gasleitung tangieren würde. Deshalb mussten wir eine weitere Reduzierung vornehmen.

Nach Reduzierung der Anlagenzahl ergibt sich ein neues Windparklayout mit sechs Anlagen. Lebach Nord bleibt der größte Windpark innerhalb des Gesamtvorhabens WindEnergieSaar und kann einen großen Beitrag zur zukünftigen Stromproduktion im Saarland leisten. Unser Ziel ist es, den Windpark Lebach Nord 2017 in Betrieb zu nehmen.

12. Warum hat sich die Anzahl der Windräder am Standort Gohlocher Wald von drei auf zwei reduziert?

Der Bau eines Windparks ist ein komplexes Vorhaben. Anpassungen der Planungen im Projektverlauf sind nichts Ungewöhnliches. Am Standort Gohlocher Wald haben wir das Windparklayout aus zwei Gründen verändert: Zum einen haben wir auf die technische Entwicklung am Markt reagiert. Inzwischen gibt es leistungsfähigere Turbinen als noch zu Beginn des Projekts. Um das Windpotenzial bestmöglich auszunutzen, haben wir uns für einen neuen Turbinentyp entschieden. Da dieses neue Windrad einen größeren Rotordurchmesser hat, müssen wir einen größeren Abstand zwischen den einzelnen Windrädern einhalten. Dadurch ist nur noch Platz für zwei Windräder im Gohlocher Wald. Auf die geplante Stromproduktion hat die Reduzierung keinen unmittelbaren Einfluss, da die neuen Turbinen auch mit höherer Leistung verfügbar sind. Zum anderen haben wir die Ergebnisse der avifaunistischen Gutachten berücksichtigt. Die Anpassung des Parklayouts stellte auch eine frühzeitige Maßnahme dar, um mögliche Beeinträchtigungen der in der Region lebenden Fledermäuse zu vermeiden.

13. Wie hoch ist das Windpotenzial an den sechs Standorten?

Alle sechs geplanten Standorte verfügen über ein ausreichendes Windpotenzial. Grundlage dieser Bewertung sind die Windpotenzialstudie des saarländischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr von 2011 sowie die Daten des Deutschen Wetterdienstes zur Windgeschwindigkeit und zum Windertrag. Außerdem haben wir eigene Gutachten in Auftrag gegeben, um noch genauere Ergebnisse zu erhalten. Aus demselben Grund nehmen wir an allen Standorten zusätzlich selbst Messungen vor.

14. Sie haben im Herbst 2014 angekündigt, einen Windmessmast am Standort Fröhn aufzustellen, um eine verlässliche Aussage über das Windpotenzial treffen zu können, was nicht erfolgt ist. Mit welcher Methode wurden die Messungen stattdessen durchgeführt?

Entgegen der ursprünglichen Planung haben wir uns dafür entschieden, keinen Windmessmast aufzustellen, sondern eine sogenannte LiDAR-Messung durchzuführen. Dabei handelt es sich um eine neue, lasergestützte Messmethode, eines der modernsten Verfahren zur Windmessung, die von der Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien e.V. (FGW) offiziell anerkannt ist. Mit Hilfe von Laserstrahlen werden Windströmungen ab Bodennähe bis in 200 Metern Höhe erfasst. Der Vorteil von LiDAR-Geräten: Sie sind einfacher aufzustellen und liefern noch genauere Messergebnisse. Im Gegensatz zum Windmessmast ist das LiDAR-Gerät für die Bevölkerung nahezu unsichtbar: Es handelt sich um einen nicht einmal Tisch-großen Kasten, der an geeigneter Stelle aufgestellt wird. Mit diesem Verfahren überprüfen wir nicht nur das Windpotenzial in der Fröhn : Wir haben ein Messkonzept erstellt, das alle Standorte berücksichtigt. Dieses Konzept befindet sich in der Umsetzungsphase.

15. Wie viel Strom können die geplanten Windparks produzieren? Wie viele Haushalte können dadurch mit Strom versorgt werden?

Der Stromertrag der sechs Windparks ist unterschiedlich. Am Standort Erkershöhe planen wir beispielsweise mit drei Turbinen, also drei Windrädern, am Standort Lebach Nord mit sechs Windrädern. Die Gesamtkapazität aller Windräder liegt bei mindestens 60 Megawatt. Zur Veranschaulichung: Mit dieser Leistung von 60 Megawatt können jährlich über 35.000 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt werden.

16. Wie weit sind die jeweiligen Projekte fortgeschritten und wann ist jeweils die Inbetriebnahme geplant?

Wir haben die Genehmigungsanträge für die ersten vier Windparks Lebach Nord, Gohlocher Wald, Erkershöhe und Fröhn beim Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) eingereicht. Nun erwarten wir den Genehmigungsbescheid. Unser Ziel ist es, diese vier Windparks 2017 ans Netz zu bringen.. Nötig ist dafür eine Genehmigung auf Basis des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.

17. Gehen Sie davon aus, dass alle Windräder genehmigt und dann auch gebaut werden?

Wir haben viel Zeit, Energie und Geld in die Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens investiert, um alle Anforderungen zu erfüllen. Nach diesem Planungsaufwand sind wir sehr zuversichtlich, dass alle geplanten Windräder entsprechend den gesetzlichen Anforderungen auch genehmigt und gebaut werden.

18. Wie lange dauert die Bauphase, mit welchen Einschränkungen ist zu rechnen (z. B. Behinderung, Absperrung) und wer trägt die Kosten für entstehende Beschädigungen (z. B. Straßenschäden)?

Während die Planung eines Windparks ein komplexes Projekt ist, lässt sich ein Windrad selbst innerhalb relativ kurzer Zeit aufstellen. Sobald das Fundament errichtet ist, dauert der Aufbau nur wenige Tage. Inklusive der vorbereitenden Vermessungsarbeiten und der infrastrukturellen Anbindung rechnen wir mit einer Bauphase von maximal einem Jahr. Mit Beeinträchtigungen der Bürgerinnen und Bürger ist in der Regel für drei bis vier Monate zu rechnen. Insbesondere während der Anlieferung der Windradteile kann es zu kurzen Behinderungen des Straßenverkehrs durch Absperrungen kommen. Mögliche Schäden, die während der Bauphase an öffentlichem oder privatem Eigentum entstehen, etwa Straßenschäden durch Schwerlasttransporte, werden selbstverständlich von uns behoben und ausgeglichen.

19. In einigen Kommunen regt sich Widerstand. Wie gehen Sie damit um und wie werden Sie die Bürgerinnen und Bürger an den Planungen beteiligen?

Ohne Akzeptanz in der Bevölkerung werden wir in Deutschland die Energiewende nicht stemmen können. Das gilt auch für die entsprechenden Anstrengungen im Saarland und den Bau von Windrädern vor Ort. Als RAG Montan Immobilien bzw. montanWIND wollen wir das uns Mögliche dazu beitragen, die Bürgerinnen und Bürger an den geplanten Windpark-Standorten mit Argumenten zu überzeugen. Unser Unternehmen ist im Saarland fest verankert. Auch aus dieser Verbundenheit heraus wollen wir unseren unternehmerischen Beitrag zum Strukturwandel und zur Energiewende an der Saar leisten. Wir wollen, dass unsere Projekte langfristig und nachhaltig erfolgreich sind. Wir sind überzeugt, dass der Nutzen für die Standortgemeinden, auch finanziell, die befürchteten Nachteile weit überwiegt.

Vor diesem Hintergrund haben wir bereits intensive und überaus konstruktive Gespräche mit den lokalpolitischen Entscheidungsträgern geführt. All jenen, die den Projekten vor Ort kritisch gegenüberstehen, bieten wir den Dialog an. In lokalen Bürgerveranstaltungen haben wir dazu eingeladen, Fakten und Argumente zu den geplanten Projekten auszutauschen. Diese Veranstaltungsreihe möchten wir auch in Zukunft fortführen. Wir werden unsere Planungen weiterhin transparent und nachvollziehbar darstellen. Unsere Projekte planen wir im vollständigen Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen.

20. Auf Ihrer Website war in der Vergangenheit zu lesen, dass das förmliche Genehmigungsverfahren zum Einsatz kommen soll, das eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung voraussetzt. Davon ist nicht mehr die Rede. Warum nicht?

Grundsätzlich gilt: Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) regelt das Genehmigungsverfahren und unterscheidet zwischen einem förmlichen und einem vereinfachten Verfahren. Die Art des Verfahrens richtet sich danach, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden muss, oder nicht. In einer UVP werden die Auswirkungen des Windparks auf seine Umwelt, d. h. auf Natur, Tiere und Menschen, ermittelt. Ob eine UVP-Pflicht besteht, hängt von der Zahl der Windräder ab: Umfasst der Windpark weniger als drei Windräder, wird automatisch das vereinfachte Verfahren angewendet. Bei 20 Windrädern und mehr besteht grundsätzliche eine UVP-Pflicht. Bei Windparks mit drei bis 19 Windrädern wird vorab eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung durchgeführt. Dazu hat der Gesetzgeber eine Liste mit bestimmten Kriterien definiert. Ergibt sich aus der Umweltverträglichkeitsvorprüfung keine Pflicht zur UVP, wird das vereinfachte Verfahren durchgeführt. Der Projektentwickler kann in diesem Fall freiwillig das förmliche Verfahren beantragen. Folgt aus der Umweltverträglichkeitsvorprüfung eine UVP-Pflicht, wird das förmliche Verfahren durchgeführt.

Bislang war es das Ziel, unabhängig vom Ergebnis der Umweltverträglichkeitsvorprüfung das förmliche Verfahren zu beantragen, weil es für die montanWIND eine erhöhte Rechtsicherheit gewährleistet. Da das neue EEG den Zeitdruck auf die Planungen erhöht hat, wird die montanWIND das zügigere, sogenannte vereinfachte Verfahren annehmen, wenn sich keine UVP-Pflicht ergibt. Die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen zwingen die Projektentwickler also eventuell dazu, ein höheres Risiko einzugehen.

Unabhängig von der Verfahrensart ist Transparenz gewährleistet: Im vereinfachten Verfahren haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Akteneinsicht zu beantragen. Die zuständige Genehmigungsbehörde prüft diese Anträge und kann sie gewähren. Als Projektentwickler werden wir in jedem Fall freiwillig auf unserer Website über die Antragstellung und den Bescheid der Genehmigungsbehörde informieren. Darüber hinaus planen wir nach Erhalt des Genehmigungsbescheids weitere Informations- und Diskussionsveranstaltungen in allen Gemeinden, in denen wir Windparks bauen wollen.

21. Oskar Lafontaine hat gefordert, die Bürgerinnen und Bürger selbst darüber entscheiden zu lassen, ob sie einen Windpark in ihrer Nähe haben wollen. Wie stehen Sie dazu?

Die Entscheidung über eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger liegt nicht bei den Projektentwicklern, sondern bei den gewählten Volksvertretern auf Landesebene und in den Kommunen. Viele Städte und Gemeinden haben sich nach eingehender Prüfung dafür entschieden, durch die Ausweisung von Windkonzentrationszonen im Flächennutzungsplan eine demokratisch legitimierte Grundlage für Windenergieanlagen zu schaffen.

Unabhängig davon haben wir Verständnis dafür, dass betroffene Bürgerinnen und Bürger aus Sorge vor visuellen und akustischen Beeinträchtigungen oder Eingriffen in die Natur erst einmal skeptisch sind. Wir nehmen diese Bedenken ernst und haben unsere Planungen im Einzelfall bereits angepasst, ohne dass wir dazu gesetzlich verpflichtet wären.