Windenergie Saar, Rückenwind fürs Saarland
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Bürgerveranstaltung Bitschberg/Sengert

„Energie im Gespräch“ in Nonnweiler: Standortwahl, technische Details und Versorgungssicherheit im Mittelpunkt des zweiten Teils der Veranstaltungsreihe

Nach der Auftaktveranstaltung am 20. Mai 2014 in Riegelsberg fand die zweite Veranstaltung der Reihe „Energie im Gespräch“ in Nonnweiler statt. Ähnlich wie in Riegelsberg war der Informationsbedarf auch in Nonnweiler groß: Über 100 Bürgerinnen und Bürger suchten trotz hohen Temperaturen den Dialog mit Vertretern der RAG Montan Immobilien und montanWIND, Experten sowie Kommunal- und Landespolitikern in der Mehrzweckhalle Primstal. Dr. Franz Josef Barth, Bürgermeister der Gemeinde, begrüßte die Teilnehmer und bezog gleich zu Beginn klar Stellung: „Die Einstellung ‚Windkraft ja, aber nicht vor meiner Haustür’ akzeptieren wir in Nonnweiler nicht. Damit würden wir uns der Verantwortung entziehen“.

Mit der Vorstellung des Planungsvorhabens WindEnergieSaar und des Windparks Bitschberg/Sengert auf den Flächen Hardt/Belzet, Katharinenwald und Sengert eröffnete Rudolf Krumm die Veranstaltung. Im Anschluss präsentierte Michael Borré, Leiter der Hauptverwaltung der Gemeinde, die Entwicklung der Energiewende vor Ort aus kommunalpolitischer Perspektive. Im Mittelpunkt des Abends standen die Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Sie hatten vor Beginn der Veranstaltung Gelegenheit, ihre Fragen und Erwartungen notieren zu lassen und zur Diskussion zu stellen. Insbesondere die Standortwahl der Windräder und deren technische Details stießen auf großes Interesse.

Folgende Gesprächspartner standen den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort:

  • Rudolf Krumm, Repräsentant Saar der RAG Montan Immobilien und Geschäftsführer der montanWIND
  • Dr. Franz Josef Barth, Bürgermeister Nonnweiler
  • Michael Borré, Leiter Hauptverwaltung Gemeinde Nonnweiler
  • Astrid Klug, Leiterin der Abteilung Klimaschutz, Energie, Verkehr und Luftfahrt Wirtschaftsministerium
  • Dr. Michael Brand, Geschäftsführer Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES)

 

Nonnweiler: Besondere Potenziale für die Umsetzung der Energiewende

Das Saarland hat bei der Energiewende Nachholbedarf: Die erneuerbaren Energien tragen gerade einmal mit 8 bis 9 Prozent zur Stromversorgung bei. Zum Vergleich: Bundesweit waren es 2013 bereits 24,7 Prozent. Gleichzeitig verfügt das Saarland über große Potenziale. Bei der Mobilisierung dieser Potenziale kommt der Gemeinde Nonnweiler eine besondere Rolle zu. Dies verdeutlichten die Präsentationen der Redner. Astrid Klug hob das Windpotenzial in der Region hervor: „Wir brauchen die Gemeinde Nonnweiler, um unsere energiepolitischen Ziele zu erreichen. Hier weht spürbar mehr Wind als in anderen Teilen des Saarlands.“ Als „prädestiniert für den Ausbau der Windenergie“ nannte Dr. Franz Josef Barth die Flächen in Nonnweiler. Michael Borré wies auf die Vorreiterrolle der Gemeinde bei der Entwicklung eines kommunalen Flächennutzungsplans hin: „Wir waren eine der ersten Gemeinden im Saarland, die einen Flächennutzungsplan in den Händen gehalten hat.“

Der Flächennutzungsplan ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt der Energiewende auf kommunaler Ebene, er stand auch im Fokus der Präsentation in Nonnweiler. Im Flächennutzungsplan werden Windvorranggebiete festgelegt, in denen Windräder errichtet werden dürfen. Dadurch wird Wildwuchs vermieden. Die Festlegung dieser Gebiete erfolgt nach verschiedenen Kriterien: So spielt beispielsweise das Windpotenzial eine Rolle, außerdem müssen Vogelschutz- und Wasserschutzgebiete und von der Gemeinde festgelegte Mindestabstände berücksichtigt werden. „Für die Ausweisung von Windvorrangflächen ist ein schlüssiges Gesamtkonzept erforderlich, dass der Windkraft substanziell Raum verschafft“, erklärte Borré die Entwicklung des Flächennutzungsplans.

Die Gemeinde Nonnweiler hatte den Flächennutzungsplan am 14. Juni 2013 verabschiedet und acht Windvorrangflächen ausgewiesen. Auf den Flächen Hardt/Belzet, Katharinenwald und Sengert planen die RAG Montan Immobilien und sein Tochterunternehmen die montanWIND insgesamt acht Windräder, die bis Ende 2015 in Betrieb genommen werden könnten. „Nach reiflicher Planung sind 8 Windräder das Optimum. Nach heutigem Stand rechnen wir mit einer Nennleistung von 2,4 MW pro Windrad, einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 117 Metern“, erläuterte Rudolf Krumm die technischen Details des Projekts.

Dr. Michael Brand, Experte für die Energiesysteme der Zukunft, informierte über die Möglichkeiten, die die Systeme bereithalten und baute Bedenken ab, dass es zu Engpässen bei der Versorgung kommen könnte: „Wir könnten die Kernkraftwerke jetzt schon abschalten. Wir haben genügend Reserven im System, denn die Systeme sind viel flexibler als lange gedacht.“

Die Energiewende vor Ort gemeinsam gestalten

Sowohl Rudolf Krumm als Repräsentant der RAG Montan Immobilien und der montanWIND als auch die Vertreter der Gemeinde Nonnweiler betonten, die Energiewende nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern angehen zu wollen. Dementsprechend nahmen die Fragen und Stellungnahmen der Teilnehmer einen Großteil der Veranstaltung ein. Dabei war die Mehrheit der Bürger dem neuen Windpark gegenüber offen eingestellt. „Ich bin für die Windräder“, bezog der Ortsvorsteher aus Primstal deutlich Stellung und erntete Applaus. Auch kritische Fragen wurden offen angesprochen. Sorgen bereiteten den Teilnehmern insbesondere die Verspargelung der Landschaft, die relative hohe Belastung durch Windräder im Nordsaarland und die Beeinträchtigung des Tourismus. Auch der Schutz der Flora und Fauna wurde sachlich diskutiert.

„Für uns war es immer wichtig, die Bürger zu informieren und mitzunehmen. Wir haben drei Mal die Ortsräte angehört, das Thema in fünf Gemeinderatssitzungen diskutiert und in öffentlichen Sitzungen die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, Stellung zu beziehen und ihre Meinung zu äußern“, betonte Bürgermeister Dr. Barth die Kommunikation seitens der Gemeinde. Rudolf Krumm verwies zudem auf die Wertschöpfung für die Region: „Es wird immer wieder gefragt, was als Wertschöpfung in der Region bleibe. Dazu haben wir uns intensive Gedanken gemacht, denn als saarländisches Unternehmen fühlen wir uns der Region verbunden. Nach aktuellem Planungsstand rechnen wir mit einem jährlichen Umsatz von 4,5 Millionen Euro durch den Windpark Bitschberg/Sengert. Davon könnten 2 Millionen Euro vor Ort bleiben.“ Diese umfassen unter anderem Einnahmen durch Pacht und Gewerbesteuer sowie Aufträge für regionale Unternehmen im Rahmen von Bau und Betrieb.

Zum Abschluss verkündete Rudolf Krumm, das Informationsangebot nicht mit dem Ende der Veranstaltung abbrechen zu lassen. Unter dem Motto „Energie im Gespräch“ werden weitere Veranstaltungen folgen, eine Ausstellung in der Mehrzweckhalle bot außerdem Hintergrundinformationen zum Gesamtvorhaben und natürlich können sich die Bürgerinnen und Bürger jederzeit mit Fragen an das Unternehmen wenden. Mehr Informationen zur Bürgerveranstaltung in Ihrer Nähe erhalten Sie hier.

 

 

  • eine Frau und ein Mann im Gespräch

    Vor Beginn der Veranstaltung hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, ihre Fragen und Erwartungen notieren zu lassen und zur Diskussion zu stellen.