Windenergie Saar, Rückenwind fürs Saarland
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Bürgerveranstaltung Fröhn

Information und Diskussion: Große Beteiligung bei der ersten Bürgerveranstaltung in Riegelsberg

Unter dem Motto "Energie im Gespräch" fand am 20. Mai 2014 von 18.30 bis 21.30 Uhr eine Informations- und Diskussionsveranstaltung in Riegelsberg statt.

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger aus Riegelsberg, Heusweiler (Holz) und umliegenden Gemeinden versammelten sich in der Riegelsberghalle, um mit RAG Montan Immobilien und montanWIND, Politikern und Experten über den geplanten Windpark Fröhn zu diskutieren. Bereits vor dem offiziellen Start hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre zentralen Fragen zu benennen. Diese wurden für alle sichtbar an Stellwänden gesammelt. Den Auftakt der Veranstaltung bildete die Vorstellung des Gesamtvorhaben „WindEnergieSaar“ und des geplanten Windparks Fröhn auf der Gemarkung Riegelsberg durch Rudolf Krumm, Repräsentant Saar der RAG Montan Immobilien und Geschäftsführer der montanWIND. Im Anschluss bat der Moderator die weiteren Redner um kurze Stellungnahmen zur Windenergie und dem konkreten Vorhaben in Riegelsberg, bevor dann die fast zweistündige Diskussionsrunde eröffnet wurde.

Die Gesprächspartner der Bürgerinnen und Bürger waren:

  • Rudolf Krumm, Repräsentant Saar der RAG Montan Immobilien und Geschäftsführer der montanWIND
  • Klaus Häusle, Bürgermeister Riegelsberg
  • Peter Gillo, Regionalverbandsdirektor Regionalverband Saarbrücken
  • Astrid Klug, Leiterin der Abteilung Klimaschutz, Energie, Verkehr und Luftfahrt, Wirtschaftsministerium
  • Dr. Michael Brand, Geschäftsführer Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES)

Energiewende gestalten – Möglichkeiten und Grenzen

„Wir wollen das uns Mögliche dazu beitragen, dass die Bevölkerung vor Ort den großen Nutzen der Windenergie für das Saarland und die Region erkennt. Und das geht nur in der Diskussion vor Ort“, so Krumm. Nach den einleitenden Worten zum Projekt „WindEnergieSaar“ betonte zunächst Klaus Häusle, Bürgermeister von Riegelsberg, sein Verständnis für diejenigen, die dem geplanten Windpark skeptisch gegenüberstehen. Aber er machte auch die Position der Gemeinde deutlich. „Wir unterstützen die Energiewende, solange sie im Einklang mit Mensch und Natur stattfindet. Wichtig ist uns der Erhalt des Premiumwanderwegs sowie die Bürgerbeteiligung am weiteren Planungsvorhaben“. Und ergänzte: „Nicht zuletzt handeln wir als Gemeinde auf Grundlage der energiepolitischen Ziele der Landesregierung und des beschlossenen Planungsrahmens des Regionalverbandes Saarbrücken.“

Astrid Klug, Leiterin der Abteilung Klimaschutz, Energie, Verkehr und Luftfahrt vom Wirtschaftsministerium, sagte unter anderem:„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sich alle beteiligen. Riegelsberg ist Teil der Energiewende und Riegelsberg wird für die Energiewende gebraucht.“ In ihrer Aussage bestätigt wurde Klug durch Dr. Michael Brand, Geschäftsführer Institut für ZukunftsEnergieSysteme. „Die Energiewende ist Konsens. Wenn wir aus der Atomenergie und Kohlekraft aussteigen, müssen wir einen anderen, alternativen Energieträger wählen“, appellierte Brand in die Runde.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo informierte die Bürgerinnen und Bürger bei der Abendveranstaltung darüber, dass das Innenministerium den Flächennutzungsplan des Regionalverbandes genehmigt hat. Dieser sieht zwölf mögliche Zonen für Windräder vor. Gillo äußerte sich auch zur vielfach genannten Frage des Mindestabstands. „Zunächst war ein Mindestabstand von 650 Metern geplant, aktuell lassen wir von einem Gutachter prüfen, ob der Mindestabstand auf 800 Meter erhöht werden kann.“ Ergebnisse des beauftragten Gutachtens, erwartet Gillo in den kommenden Monaten.

Im Dialog

Sich den Bürgerfragen zu stellen und diese bestmöglich zu beantworten – das war die Zielsetzung der Informations- und Diskussionsveranstaltung. Dementsprechend gab es viel Platz für allgemeine und individuelle Fragen. Diese wurden vor Beginn der Veranstaltung dokumentiert. Vor allem wurden sie jedoch aus dem Plenum direkt an die Redner gestellt. Themen des Abends waren zum Beispiel die Bürgerbeteiligung, Wohnqualität, die zu erwartende Lärm- und Gesundheitsbelastung oder Fragen zur beanspruchten Waldfläche und zu technischen Details. „Die Öffentlichkeitsbeteiligung soll im Rahmen des Genehmigungsverfahrens erfolgen“, so Krumm. Zum Thema Waldzerstörung äußerte er sich wie folgt: „Wir sprechen von einer Eingriffsfläche von 0,5 Hektar pro Turbine. Teilweise kann die Fläche nach Abschluss der Arbeiten renaturiert werden. Für Flächen, die dauerhaft nicht mehr für die Natur zur Verfügung stehen, werden wir Kompensationsleistungen vornehmen“ In punkto Lärmbelästigung und Infraschall wiederholte Krumm das strikte Einhalten gesetzlicher Vorgaben im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. „Halten wir die Grenzwerte nicht ein, werden die Windräder nicht genehmigt.“

Bei der Frage nach der Bürgerbeteiligung interessierten sich die Teilnehmer nicht nur für die finanzielle Beteiligung, vielmehr wollen sie aktiv mitgestalten. Dazu erklärte Krumm: „Wir wollen die Bürger einbeziehen und haben uns bereits mit dem Förderverein Energieversorgung Köllertal getroffen. Eine Bürgerenergiegenossenschaft ist aktuell in Planung“. Zudem können alle Interessierten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens Einsicht in die Planungen haben. Der Regionalverband informiert im Saarbrücker Schloss darüber, ob und wie die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt wurden.

Die Veranstaltung in Riegelsberg, an der auch zahlreiche Vertreter der Bürgerinitiativen Fröhner Wald, Lebensenergie Riegelsberg und Förderverein Energieversorgung Köllertal sowie lokalpolitische Vertreter der FDP und Linken teilnahmen, war die erste einer ganzen Reihe von Bürgerveranstaltungen in der Region. Mehr Informationen zur Bürgerveranstaltung in Ihrer Nähe erhalten Sie hier.

Im Rathaus von Riegelsberg informierten nach der Veranstaltung mehrere Aufsteller zur Energiewende an der Saar, der Standortentwicklung und Projektplanung sowie zur Zukunftstechnologie Windenergie. Die Aufsteller verblieben für einige Wochen in der Gemeinde und waren für alle Interessenten zugänglich.

  • Mann beim Anschauen der Stellwände

    Eine Ausstellung informierte über das Vorhaben und die Energiewende im Saarland.